Wer eine Wohnung, ein Haus oder eine Praxis gestalten lassen möchte, stößt schnell auf zwei Fragen: Brauche ich einen Innenarchitekten oder einen Interior Designer? Und wie wird eigentlich abgerechnet – nach Stunden, nach der HOAI, pro Raum oder pro Quadratmeter? Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und rechnet die Modelle an einem konkreten Beispiel durch.
Kurz erklärt: Innenarchitekten rechnen häufig nach Stundensatz oder orientieren sich an der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), deren Honorar sich aus den anrechenbaren Baukosten ergibt. Interior Designer arbeiten oft mit Pauschalen oder festen Preisen pro Quadratmeter. Bei NOVADIS kostet die Planung 65, 75 oder 99 € pro m² inklusive Mehrwertsteuer, je nach Paket. Eine 120 m² große Praxis kostet im meistgewählten Premium-Paket damit 9.000 € – fest vereinbart, bevor die Arbeit beginnt.
Innenarchitekt oder Interior Designer: Was ist der Unterschied?
„Innenarchitekt“ ist in Deutschland eine geschützte Berufsbezeichnung. Sie darf nur führen, wer nach einem entsprechenden Studium in die Architektenliste einer Architektenkammer eingetragen ist. Innenarchitekten dürfen auch bauliche Eingriffe planen, die eine Genehmigung brauchen, und Bauvorlagen einreichen – zum Beispiel wenn Wände versetzt, Nutzungen geändert oder Brandschutzfragen berührt werden.
Interior Design konzentriert sich auf die Gestaltung und Einrichtung bestehender Räume: Raumaufteilung, Möbel, Licht, Farben, Materialien und Atmosphäre. Für die meisten Wohnungen, Praxen und Büros, in denen keine tragenden Wände verändert werden, ist das genau die Leistung, die gebraucht wird. Wo bauliche oder technische Fachplanung nötig ist, wird sie mit den zuständigen Fachleuten abgestimmt.
Die vier üblichen Abrechnungsmodelle
1. Stundensatz
Viele Büros rechnen nach Aufwand ab. In Ratgebern und Preisübersichten werden für Innenarchitekten meist Stundensätze zwischen etwa 80 und 150 € netto genannt, bei renommierten Büros auch mehr. Der Vorteil: Abgerechnet wird nur, was tatsächlich anfällt. Der Nachteil: Die Gesamtkosten stehen erst am Ende fest. Jede zusätzliche Abstimmungsrunde erhöht das Honorar. NOVADIS rechnet deshalb bewusst nicht nach Arbeitsstunden ab.
2. Honorar nach HOAI
Die HOAI berechnet das Honorar aus drei Größen: den anrechenbaren Kosten des Projekts, der Honorarzone (also dem Schwierigkeitsgrad) und den beauftragten Leistungsphasen. Seit 2021 sind die Honorartafeln keine verbindlichen Mindest- und Höchstsätze mehr, sondern Orientierungswerte; das Honorar wird frei vereinbart. Für Innenräume beginnen die Tafelwerte bei 25.000 € anrechenbaren Kosten. Bei Umbauten kann zusätzlich ein Zuschlag von bis zu 50 % vereinbart werden.
3. Pauschale pro Raum
Manche Anbieter berechnen einen festen Preis pro Raum. Das ist leicht verständlich, hat aber eine Schwäche: Ein Raum ist nicht gleich ein Raum. Ein 12 m² großes Arbeitszimmer und eine 45 m² große Wohnküche verursachen sehr unterschiedlichen Planungsaufwand. In der Praxis werden deshalb Ausnahmen, Zuschläge oder Sonderregeln für offene Grundrisse nötig.
4. Festpreis pro Quadratmeter
Hier ergibt sich das Honorar aus der zu gestaltenden Fläche multipliziert mit einem festen Preis pro m². Die Fläche ist messbar und steht nach dem Aufmaß fest. Damit ist das Honorar vor Projektbeginn bekannt – und wächst mit der tatsächlichen Größe des Projekts, nicht mit der Zahl der Türen.
Warum Profis in Euro pro Quadratmeter rechnen
Im professionellen Bereich – bei Praxen, Büros, Hotels oder Gastronomie – ist der Preis pro Quadratmeter die übliche Bezugsgröße. Das hat gute Gründe:
- Jeder Raum ist anders: Räume sind größer oder kleiner, einfacher oder komplizierter. Die Fläche bildet den Umfang fairer ab als die Zahl der Räume.
- Planbarkeit: Das Honorar steht nach dem Aufmaß fest. Es gibt keine offene Stundenabrechnung.
- Vergleichbarkeit: Mieten, Ausbaukosten und Budgets werden im Gewerbe ohnehin pro m² gerechnet. Das Planungshonorar lässt sich direkt danebenlegen.
- Skalierbarkeit: Ob nur der Wartebereich oder die ganze Praxis – berechnet wird nur die Fläche, die tatsächlich gestaltet wird.
Rechenbeispiel: dieselbe Praxis, zwei Modelle
Angenommen wird eine Arztpraxis mit 120 m², die neu eingerichtet werden soll, ohne bauliche Eingriffe in tragende Teile.
- Festpreis pro m² (NOVADIS): 120 m² × 65 € = 7.800 € (Basis), 120 m² × 75 € = 9.000 € (Premium), 120 m² × 99 € = 11.880 € (All inclusive). Alle Beträge inklusive Mehrwertsteuer und vor Projektbeginn bekannt – unabhängig davon, wie viele Abstimmungsrunden das Projekt braucht.
- HOAI-Orientierungswert: Liegen die anrechenbaren Kosten bei 50.000 €, weist die Honorartafel für Gebäude und Innenräume in Honorarzone III eine Spanne von 8.071 bis 10.066 € netto für alle Grundleistungen aus – rund 9.600 bis 12.000 € inklusive Mehrwertsteuer. Ein Umbauzuschlag kommt gegebenenfalls hinzu.
Wichtig für den Vergleich: Die Leistungen sind nicht identisch. Ein HOAI-Honorar umfasst bei voller Beauftragung auch Leistungsphasen wie Ausschreibung und Objektüberwachung. Ein Interior-Design-Paket konzentriert sich auf Konzept, Zeichnungen, Visualisierung und Produktlisten; bei NOVADIS ist die Begleitung der Umsetzung im Paket All inclusive enthalten. Vergleichen Sie deshalb immer Preis und Leistungsumfang zusammen.
Was im Preis pro m² enthalten ist – und was nicht
Die Quadratmeterpreise von NOVADIS umfassen die Planungsleistung: Bedarfsklärung, Moodboards, technische Zeichnungen, Produkt- und Stücklisten für Möbel und Licht, ab dem Premium-Paket 3D-Darstellungen und im Paket All inclusive die Bauaufsicht. Es gibt keine Mindestfläche und keinen Mindestpreis. Im Basis-Paket arbeiten wir mit vorhandenen Grundrissen oder mit Maßen, die Sie selbst nehmen – das hält die Kosten niedrig. Soll NOVADIS die Räume vor Ort aufmessen, ist dafür das Premium-Paket nötig; dort und im Paket All inclusive ist das Aufmaß vor Ort enthalten. Die Preise gelten für Projekte bis 200 m². Größere Flächen bieten wir individuell an – in der Regel mit einem günstigeren Quadratmeterpreis als in den Paketen.
Nicht enthalten sind Möbel, Leuchten, Materialien und Handwerksleistungen. Möbel und Leuchten erhalten Sie über NOVADIS zum selben Preis wie im eigenen Einkauf. Alle Pakete im Detail finden Sie auf der Seite Interior Design Kosten.
Wann brauchen Sie einen Innenarchitekten?
- Wenn tragende Wände versetzt oder Öffnungen geschaffen werden sollen.
- Wenn sich die Nutzung ändert und eine Baugenehmigung nötig ist, etwa wenn aus einer Wohnung eine Praxis wird.
- Wenn Brandschutz, Fluchtwege oder Haustechnik grundlegend neu geplant werden müssen.
In allen anderen Fällen – neue Einrichtung, Lichtkonzept, Farben, Materialien, Möblierung und Zonierung bestehender Räume – reicht in der Regel ein Interior-Design-Konzept. Beides lässt sich auch kombinieren: Der Innenarchitekt oder Architekt übernimmt die genehmigungspflichtigen Teile, das Interior Design die Gestaltung.
Häufige Fragen
Ist ein Interior Designer günstiger als ein Innenarchitekt?
Nicht automatisch. Entscheidend sind Leistungsumfang und Abrechnungsmodell. Ein fester Preis pro m² bietet vor allem Planungssicherheit: Sie kennen die Kosten, bevor die Arbeit beginnt.
Wie wird die Fläche berechnet?
Grundlage ist die Fläche der Räume, die gestaltet werden. Sie wird zu Projektbeginn präzise erfasst; daraus ergibt sich das endgültige Honorar. Im Basis-Paket arbeiten wir mit vorhandenen Grundrissen oder mit Maßen, die Sie selbst nehmen – das hält die Kosten niedrig. Soll NOVADIS die Räume vor Ort aufmessen, ist dafür das Premium-Paket nötig; dort und im Paket All inclusive ist das Aufmaß vor Ort enthalten.
Kann ich nur einzelne Räume planen lassen?
Ja. Berechnet wird nur die Fläche der Räume, die wir gestalten, zum Beispiel nur der Empfang und das Wartezimmer einer Praxis.
Gelten die Preise auch in Österreich und der Schweiz?
NOVADIS arbeitet in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Angebote für Österreich und die Schweiz erstellen wir mit der dort jeweils geltenden Mehrwertsteuer. Mehr dazu unter Interior Design Österreich und Interior Design Schweiz.
Ist die HOAI noch verbindlich?
Nein. Seit der Novelle 2021 sind die Honorartafeln Orientierungswerte. Honorare können frei vereinbart werden, auch unterhalb oder oberhalb der Tafelwerte.
Stand: Oktober 2026. Quellen: Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) in der Fassung von 2021, § 35 Honorartafel Gebäude und Innenräume; Bayerische Architektenkammer, Merkblatt 4 „HOAI 2021 – Anwendungshinweise“; Architektenkammer Baden-Württemberg, Merkblatt 440 „Innenarchitektenvertrag“.
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