Hohe Decken, Dielenböden, Stuck und große Fenster machen den Reiz einer Altbauwohnung aus. Hinter den Wänden und unter den Böden steckt aber oft Technik aus mehreren Jahrzehnten. Wer zuerst Möbel kauft und erst danach die Leitungen prüft, plant im Zweifel zweimal. Dieser Ratgeber zeigt, was vor dem Einrichten geklärt sein sollte und wie hohe Räume wohnlich werden.
Kurz erklärt: Vor dem Einrichten eines Altbaus sollten Elektrik, Wasserleitungen, Böden und Decken geprüft sein. Bleileitungen für Trinkwasser mussten nach der Trinkwasserverordnung bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt werden. Schwere Einbauten auf Holzbalkendecken brauchen eine statische Vorprüfung. Erst danach lohnt sich die Planung von Möbeln und Licht.
Was vor dem Einrichten geprüft werden sollte
1. Elektrik: Leitungen und Absicherung prüfen
In vielen Altbauten liegen noch Leitungen ohne Schutzleiter oder Stromkreise ohne Fehlerstrom-Schutzschalter. Für neue oder geänderte Steckdosenstromkreise verlangt die DIN VDE 0100-410 heute einen solchen Schutzschalter. Lassen Sie den Bestand von einem Elektrofachbetrieb prüfen, bevor Sie Leuchten, Steckdosen und Möbelpositionen festlegen. Neue Leitungen verlegen sich am einfachsten, solange Wände und Böden ohnehin offen sind.
2. Wasserleitungen: auf Blei achten
Bleileitungen für Trinkwasser mussten nach der Trinkwasserverordnung bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Der Grenzwert für Blei liegt bei 0,010 mg pro Liter und sinkt 2028 auf 0,005 mg. Wer eine Altbauwohnung kauft oder saniert, sollte die Leitungen vor der Bad- und Küchenplanung prüfen lassen.
3. Böden und Decken: Holzbalken haben Grenzen
Viele Altbauten haben Holzbalkendecken. Sie übertragen Trittschall stärker als Betondecken und sind nicht für jede Last ausgelegt. Eine freistehende Badewanne, eine Kücheninsel mit Natursteinplatte oder raumhohe Einbauschränke mit Büchern sollten vorab statisch eingeschätzt werden. Bei NOVADIS übernimmt Architekt Maximilian Galperin bei Bedarf eine statische Vorprüfung; für die Freigabe wird ein Tragwerksplaner hinzugezogen.
4. Wände: tragend oder nicht?
Offene Küchen und größere Wohnräume entstehen oft durch das Entfernen einer Wand. Im Altbau ist nicht immer sichtbar, ob eine Wand trägt. Klären Sie das, bevor die Planung darauf aufbaut.
5. Fenster und Heizkörper bestimmen die Möblierung
Kastenfenster, tiefe Fensterlaibungen und Heizkörper unter den Fenstern legen fest, wo Sofa, Schreibtisch und Bett stehen können. Werden Heizkörper versetzt, sollte das vor der Möbelplanung entschieden sein.
6. Denkmalschutz früh klären
Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, brauchen Änderungen an Fenstern, Türen, Stuck oder Böden oft eine Genehmigung der Denkmalbehörde. Das betrifft nicht die Möbel, aber viele Entscheidungen, die vor dem Einrichten fallen.
Hohe Decken gestalten: Licht, Proportion und Akustik
- Licht in zwei Ebenen: Eine einzelne Deckenleuchte erreicht bei über 3 m Raumhöhe die Wohnebene kaum. Pendelleuchten über Tisch und Insel, Wand- und Stehleuchten auf Augenhöhe und ein Schienensystem für flexible Strahler schaffen Licht dort, wo es gebraucht wird. Die professionellen Lichtsysteme stammen von unserem engen Partner NOVARAIL.
- Proportion: Niedrige Möbel wirken in hohen Räumen verloren. Raumhohe Regale, hohe Vorhänge und große Bilder geben dem Raum eine Mitte.
- Akustik: Hohe Räume mit harten Böden hallen. Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel und gefüllte Regale dämpfen den Schall.
- Stuck und Dielen einbeziehen: Erhaltene Details wirken stärker, wenn Farben und Möbel sie nicht überlagern.
Die richtige Reihenfolge
- Bestand und Technik prüfen
- Grundriss und Raumnutzung festlegen
- Elektrik, Sanitär und Heizung planen
- Licht planen
- Möbel, Farben und Materialien auswählen
Wie Sie bei einer Bestandsimmobilie grundsätzlich vorgehen, zeigt unser Ratgeber Bestandsimmobilie neu gestalten.
Was kostet die Planung?
Die Planung kostet bei NOVADIS 65, 75 oder 99 € pro m² inklusive Mehrwertsteuer. Für eine Altbauwohnung mit 80 m² sind das 5.200 € im Paket Basis, 6.000 € in Premium und 7.920 € in All inclusive. Ab Premium nehmen wir die Räume vor Ort auf. Das empfiehlt sich im Altbau, weil Wände selten im rechten Winkel stehen und Bestandspläne oft nicht stimmen. Mehr zu den Paketen unter Interior-Design-Kosten.
Häufige Fragen
Muss die Elektrik im Altbau erneuert werden?
Nicht automatisch. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben werden, solange sie sicher sind. Werden Stromkreise geändert oder erweitert, gelten für diese Teile die aktuellen Normen. Ein Elektrofachbetrieb kann den Zustand prüfen.
Darf ich im Altbau Wände entfernen?
Das hängt davon ab, ob die Wand trägt und ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Beides sollte vor der Planung geklärt sein.
Wie beleuchte ich einen Raum mit hohen Decken?
Mit Licht in mehreren Ebenen: Pendelleuchten, Wand- und Stehleuchten sowie ein Schienensystem für flexible Strahler.
Was kostet die Planung einer Altbauwohnung?
Bei NOVADIS 65 bis 99 € pro m² inklusive Mehrwertsteuer, je nach Paket. Für 80 m² sind das 5.200 bis 7.920 €. Möbel, Leuchten und Handwerksleistungen kommen hinzu.
Stand: Oktober 2026. Quellen: Trinkwasserverordnung 2023 (Austauschpflicht für Bleileitungen bis 12. Januar 2026, Grenzwerte für Blei), DIN VDE 0100-410.
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